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Sortenkunde

Gin-Sorten erklärt

Aktualisiert: Juni 2026 | Lesezeit: 6 Min.

„Gin ist gleich Gin“ – dieser Irrtum hält sich hartnäckig. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Begriff eine erstaunliche Vielfalt an Stilen, die sich in Geschmack, Herstellung und Verwendung deutlich unterscheiden. Wer die wichtigsten Kategorien kennt, findet leichter den Gin, der zum eigenen Geschmack und zum geplanten Drink passt.

Eines haben alle Gins gemeinsam: Wacholder muss geschmacksbestimmend sein – das schreibt die EU-Spirituosenverordnung vor. Wie stark der Wacholder im Vordergrund steht und welche weiteren Botanicals dazukommen, macht den Unterschied zwischen den Stilen. Wir stellen die wichtigsten vor.

Die wichtigsten Gin-Stile

London Dry Gin

Der Klassiker und am strengsten regulierte Stil. Alle Aromen müssen durch Destillation entstehen, Süßen oder nachträgliches Aromatisieren ist verboten. Der Wacholder dominiert klar, das Profil ist trocken und ausgewogen. London Dry Gin ist der vielseitigste Allrounder und die sichere Wahl für den klassischen Gin Tonic – Bombay Sapphire ist ein typischer Vertreter.

New Western / Contemporary Gin

Der moderne Stil rückt andere Botanicals neben den Wacholder: Zitrus, Blüten, Beeren, Gurke oder Kräuter. Das Ergebnis ist weicher, fruchtiger und eigenständiger. Viele deutsche Craft-Gins wie Gin Sul aus Hamburg gehören hierher und überzeugen mit mediterranen oder regionalen Aromen.

Craft Gin

Kein offizieller Stil, sondern ein Sammelbegriff für handwerklich in kleinen Mengen hergestellte Gins mit oft ungewöhnlichen Botanicals. Monkey 47 aus dem Schwarzwald mit seinen 47 Zutaten ist ein berühmtes Beispiel. Craft-Gins sind meist komplex, charakterstark und spielen ihre Stärken pur oder mit wenig Tonic aus.

Sloe Gin

Genau genommen ein Likör auf Gin-Basis: Schlehen werden in Gin eingelegt und gesüßt. Mit rund 29 % Vol. ist Sloe Gin fruchtig-süß und mild. Er wird pur, auf Eis oder im Cocktail genossen – etwa im Sloe Gin Fizz.

Old Tom Gin

Ein historischer Stil zwischen London Dry und Likör: leicht gesüßt und dadurch weicher und runder als ein trockener Gin. Old Tom Gin erlebt eine Renaissance in der Cocktailkultur und ist die Basis klassischer Drinks wie dem Tom Collins.

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London Dry

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Craft Gin

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Den großen Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber Die besten Gins 2026.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der häufigste Gin-Stil?
Der mit Abstand häufigste und bekannteste Stil ist der London Dry Gin. Er ist streng reguliert: Alle Aromen müssen durch Destillation gewonnen werden, nachträgliches Süßen oder Aromatisieren ist verboten. Der Wacholder steht klar im Vordergrund. Marken wie Bombay Sapphire oder Tanqueray gehören zu dieser Kategorie.
Ist Sloe Gin ein echter Gin?
Streng genommen ist Sloe Gin ein Likör auf Gin-Basis. Schlehen (Sloe Berries) werden in Gin eingelegt und mit Zucker versetzt. Das Ergebnis ist fruchtig-süß und mit meist 25 bis 29 % Vol. deutlich milder als klassischer Gin. Sloe Gin trinkt man pur, auf Eis oder in Cocktails – nicht primär im Gin Tonic.
Welcher Gin-Stil eignet sich für Einsteiger?
Einsteiger starten am besten mit einem klassischen London Dry Gin. Er ist ausgewogen, vielseitig und harmoniert mit fast jedem Tonic. Von dort aus kann man sich zu aromatischeren New-Western- oder Craft-Gins vortasten und schließlich den eigenen Lieblingsstil finden.
Was bedeutet New Western oder Contemporary Gin?
New Western Gin (auch Contemporary Gin) ist ein moderner Stil, bei dem der Wacholder zwar präsent, aber nicht mehr dominant ist. Stattdessen treten andere Botanicals wie Zitrus, Blüten, Gurke oder Beeren in den Vordergrund. Diese Gins schmecken oft weicher, fruchtiger und eigenständiger als klassische London Dry Gins.

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